Zeitungen

Hier ist eine Liste von Zeitungen und Zeitschriftenartiges, die ich regelmäßig und komplett lese:

Fernweh –

das einzige anarchistische Münchner Straßenmagazin. Ich finde es wichtig auch eine Bildung darüber zu bekommen, wie Anarchist*innen denken, was ihre Vorschläge sind, wie sie begründen, was ihre Analysen und Schlussfolgerungen sind.

Leider finde ich da vieles einfach nicht gut. Beispielsweise der Sachschaden. Ich denke jede Handlung oder Nicht-Handlung ist Teil eines permananten und nicht wirklich steuerbaren Konflikts in der Gesellschaft darüber was die Norm dieser Handlungen sein soll. Ich lehne Gewalt deswegen kategorisch ab, da gewalttätige Handlungen normativ sind und ich selbst nicht von Gewalt betroffen sein will. Ja, der Staat ist gewalttätig, das ist keine Erfahrung, die ich als individualistischer Aktivist nicht auch machen musste, das rechtfertigt aber trotzdem rein gar nichts. Um es zu polemisieren: Die Idee, dass Handlungen von anderen eigene Handlungen legitimieren, ist einer der ältesten Ideen der Menschheitsgeschichte. Sie hat nicht funktioniert.

Schade finde ich auch, dass sie den Anspruch verfolgen, dass es Individuen sind, die immer frei entscheiden können, aber eigentlich doch eher neokollektivistisch sind, d.h. sie haben sich richtiger Weise schon vom Kollektivdenken der vergangenen Zeit verabschiedet, erkennen bestimmt auch die Gefährlichkeit von Gruppenidentitäten in jeglicher Form, sind aber da noch meines Erachtens inkonsequent bei sich selbst. Den Schreiber*innen der Artikel, so wie ich es im Subtext erfühle, gibt der Überbau ihres Kleinkollektivs spürbar noch gruppenidentitäre Kraft, was okay ist, aber ich würde gerne mal die Frage stellen, wieso es immer ein Kollektiv oder eine Gruppe sein muss, die politische Handlungen durchführt? Ich glaube, dass Anarchie letztlich nur mit Individuen zu machen ist. In den Texten sind es jedenfalls keine Individuen die handeln. Es ist irgendwo auch das versteckte Eingeständnis der Unfreie ihrer Gedanken und Handlungen, weil sie es nur in gegenseitiger Absicherung schaffen ihr anarchistisches Denken aufrecht zu erhalten. Ich sehe die Schreiber*innen deswegen noch sehr stark im angestrengten Prozess über ihre eigenen Anschauen. Aber sie als Vorbilder, insofern, als dass ich ihr eigenes freieres Sein oder die Gedanken bewundern könnte, ist mir verwehrt, weil sie kein Selbstbewusstsein, kein ausreichend ausgereiftes Gefühl für richtig und falsch bei sich selbst als Individuum haben. Ich jedenfalls habe keine Lust auf Kleingruppenkollektivismus, ich weiß auch so, was ich an der Gesellschaft gut und schlecht finde. Ferner ist es sowieso auf dem Grunde des Diskurses unmöglich Anarchist*innen zu kritisieren, weil sie jedes Argument, welches gut oder schlecht ist, zurückweisen können mit dem Hinweis, dass sie ja selbst, durch den Anarchismus selbst, gar nicht den Anspruch haben, etwas vorzugeben, oder die Autorität haben, etwas in richtig oder falsch einzuordnen.

Herrschaft und Unterwerfung ist doch auch irgendwo an die Zeit gekoppelt und der Tatsache, dass Menschen der Zeit unterlegen sind. Ich als diskursiver Moralist bin der Meinung, dass sich ein Mensch mit dem Aufwenden der eigenen Zeit für eine bestimme Tätigkeit stets unterwirft, unabhängig der Absicht, die mit diesem, wie ich es nenne, unterwerfen, verfolgt wird. Wenn Sie als Leser*in, meinen Blog lesen, dann unterwerfen Sie sich mir. Dieses Unterwerfen ist nicht vermeidbar, da sie ihrerseits ihrer begrenzten Zeit unterworfen sind, ohne dass sie das bestimmen könnten. Es ist kein Gleichberechtigter Umgang zwischen Ihnen und mir in diesem Moment ihres Lesens, das muss ihnen klar sein. Ihre Zeit läuft ab und wenn sie auf mein Geschriebenes antworten wollen, sind sie ihrerseits erst davon abhängig, ob ich mich wiederum dafür entscheide meine begrenzte Zeit für Ihriges zu benutzen.

Das was ich schreibe setzt Sie in eine Zwangslage. Diese Zwangslage, ist aber die einzige Form von direktem Zwang die ich über sie ausübe, ob Sie es wollen oder nicht, ob ich es will oder nicht. Es ist die Zwangslage, dass sie entscheiden müssen, ob sie meinem Veräußertem, in diesem Fall, Geschriebenen zustimmen oder nicht. Ich führe auch keine Herrschaft aus, obfern Sie sich durch ihre Zeit meinem Veräußertem unterwerfen, denn Herrschaft läuft dem Potential zur Entscheidung wider. Es ist auch keine Form der Herrschaft, wenn Sie sich Dafür meiner Äußerungen entscheiden, es ist Gehorsam, denn sie sind der Handlungsträger, auch wenn ich vielleicht den Gedanken veräußerte der sie überzeugte. Die einzige Frage ist die, wie viel Platz ihnen mein Gedanke in ihrer Freiheit ließ, zur Entscheidung über die Folgerung zu kommen. Dafür braucht es aber Prämissen, die ich nicht sicher benennen, sondern nur einschätzen oder vorstellen kann. Ein Gedankenmodell wäre, dass es auch für Menschen eine zwingende singuläre Logik gibt, dass ein Argument zu einer Schlussfolgerung führt. Wäre dies der Fall, so ließen Gedanken, welche Argumente beinhalten, beispielsweise über die Moral, welche diskursiv festgelegt wird, letztlich keine logische Wahl, sondern nur die irrationale Alternative. Konkret: Sie könnten dennoch anders Handeln, aber in dem Bewusstsein, dass sie eigentlich, insofern es ein moralisches Argument, dass heißt ein Betrachten von qualitativen und binären Extremen zwischen Richtig und Falsch von Handlungen, war, nicht richtig handeln. Der Satz, dass ich nicht sagen kann, welche Folgen dies für ihr Handeln hätte gilt auch hier und natürlich kann ich oder irgendwer dennoch vermuten oder schätzen. Ein anderes Gedankenmodell wäre das Gegenteil einer absoluten moralischen Handlungslogik. Im vorherigen Beispiel benutzte ich nur eine Moral, die von den Menschen selbst festgelegt wurde, ob das jetzt manifestiert wurde oder sie offensichtlich trotzdem als Gesetz gilt, ist für die Richtigkeit irrelevant, denn letztlich ist Sprache menschengemacht und somit immer nur Aufsatz für eigentlich universelleres, denn so austauschbar die verschiedenen Sprachen sind, so unaustauschbar ist das eigentliche, nicht mehr ausdrückbare, wenn der Sprachaufsatz verschwindet. Das sollte sowieso klar sein: Begrenzte Sprache scheitert permanent und zwangsweise, denn Sprache ist sehr menschlich und menschenabhängig. Was ist absolute Moral? In diesem Fall soll absolute Moral nicht heißen, dass der Legitimationsgrund absolut ist, denn auch diskursive Moral ist legitimiert und dann ist es nur eine Streitfrage zwischen Subjektivität und Objektivität ob die Legitimation dann absolut ist, wenn alle Beteiligten und Betroffenen der Moral Urheber*innen sind. In diesem Fall ist absolut eine Substitution von einer universellen Einordnung von allem, was von der Moral betroffen ist, also ausschließlich, das worauf Moral abzielt, wie beispielsweise Handlungen, insofern Handlungen von dieser Moralität eingeschlossen sind. Worauf Moral zielt wird im Diskurs festgelegt, egal ob dieser mit Hilfe der Sprache oder durch normative Handlungen oder auf einer unbewussten Ebene passiert. Absolute Moral ordnet also allem Moralbetroffenen eine qualitative Einschätzung zu. Dieses Gegenteil der zwingenden absoluten Moral ist eine Moral, die beliebig ist.

Auf der Metaebene ist also das Gegenteil der Eigenschaft eines bestimmten Dings, die Beliebigkeit der selben Eigenschaft des Dings.

Das Gegenteil des qualitativen Maximums mit gekoppelter quantitativer Singularität ist also das qualitative Minimum mit gekoppelter quantitativer Absolutheit.

es nicht, da das Gegenteil von absoluter Moral keine Moral ist. Und etwas, das es nicht gibt, gibt es nicht. Und das ist jetzt nicht

 

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