Feine Sahne Fischfiletauftritt in Riesa – Offener Brief an Herrn Koß 8

Auf die Thematik aufmerksam bin ich geworden durch den Artikel „Riesa sagt Auftritt von Feine Sahne Fischfilet nach NPD Hetze ab“ – auf dieser Website, in der Thoralf Koß zitiert wird mit: „Das Konzert der ‘radikalen Musikgruppe’ könne, so der Kommunalpolitiker gegenüber dem Riesaer Fernsehen, bei einem solchen Fest ‘schnell zur Eskalation’ und zum Einsatz der Bereitschaftspolizei führen“

Grundsätzlich vorweg muss gesagt werden, dass die CDU-regierte Stadt die Band wieder ausgeladen hat, nichtsdestotrotz verwunderte mich der Kommentar der Grünen Kommunalpolitikers Thoralf Koß sehr.

Sehr geehrter Herr Koß,
In diesem Video werden sie zum Auftritt der Band Feine Sahne Fischfilet beim Riesaer Stadtfest interviewt. Das ist ihr genauer Wortlaut:

„Also so eine Band hat bei einem Stadtfest nichts zu suchen, grundsätzlich nichts zu suchen, weil ein Stadtfest ist dazu da die Bürger zu unterhalten ihnen Freude zu bereiten und keinen Frust und vor allem es ist keine politische Kampfbühne so ein Stadtfest und egal ob ich gegen Rechts oder Links oder religiöse Tendenzen kämpfe, wenn ich ein Stadtfest dafür missbrauche, dann lauf ich Gefahr dass es dieser radikalen Tendenzen… dass dann Menschen ausrasten… Die Feine Sahne Fischfilet bringt garantiert ein Fanpublikum mit, offensichtlich linksorientiert, auch linksradikal orientiert und das wird die Rechten auch wieder auf den Plan rufen und wir wollen keine Kämpfe führen, keine politischen Kämpfe sondern in dem Fall die Leute unterhalten. Kunst muss provozieren, aber in dem Bereich wo sie hingehört das ist in Konzerthallen oder etwas anderem, aber in dem Fall nicht bei einem Stadtfest, das ist gefährlich.“

1. Sie sind der Auffassung, dass Musik für Stadtfeste unpolitisch sein soll und dass in diesem Fall eine linke Band nichts auf einem Stadtfest zu suchen hat.
Ich finde, dass jegliche Handlung einen mehr oder weniger politischen Anteil hat. Wenn in Bayern die Männerblaskapelle auftritt, dann ist das politisch. Wenn ausschließlich „unpolitische“ Bands auftreten, dann ist das auch politisch.

2. Sie entscheiden selbst darüber, was Bürger*innen unterhält und was sie frustet, ist das nicht anmaßend?
Außerdem, was ist denn das für eine Unterhaltungsqualität?

3. Wenn sie sagen, „egal ob ich gegen Rechts oder Links […] kämpfe“ setzen sie Linkssein mit Rechtssein zumindest in dem Sinne gleich, als das beides
gleichermaßen gefährlich und bekämpfenswert ist. Also die Frage inwiefern denn ist „Links“ ein Problem für sie?
Wieso muss gegen Links gekämpft werden?
Was ist für Sie Links und warum ist es für Sie gefährlich?
Ist „Links“ für Sie das gleiche Problem wie „Rechts“?

Glauben Sie, dass wenn eine linke Band das Stadtfest „missbraucht“, dass dann „die Menschen ausrasten“?

4. Haben sie in Riesa, Sachsen ein Problem mit Nazis? Wenn Ja, dann hilft es aber wirklich nicht, das Problem einfach oberflächlich zu unterdrücken, in der Hoffnung, dass keine Nazis kommen, wenn eine linke Band nicht spielen darf.
Im Gegenteil, das ist gefährlich und töricht, denn es stellt für mich letztlich nur einen Vorgang dar, dass das Problem Nazismus nicht an der Wurzel angegangen wird und noch dazu der Konflikt gänzlich vermieden werden soll, indem ein Widerspruch in Riesas Stadtbild auftaucht. Wenn sie selbst sagen, dass die Band die Rechten auf den Plan ruft, sie aber nicht wollen dass die Band nicht auftritt, dann zeigt das leider nur allzu sehr, dass Nazis sie in ihrem Denken beeinflussen – wie sehr Nazis ein unausgesprochenes Mitspracherecht haben in politischen Dingen, beispielsweise darüber welche Bands Stadtfestkonform sind und welche nicht.

5. „Kunst muss provozieren, aber in dem Bereich wo sie hingehört“ Ich würde das lieber den Künstler*innen überlassen zu entscheiden, wo Kunst stattfinden soll. Das als Politiker*in zu entscheiden, halte ich nicht für zielführend. Oder sind sie da wirklich der Meinung, dass es vorgegebene Orte für Kunst gibt, wo Kunst sein soll und wo nicht?

Mit freundlichen Grüße,
Sebastian „Sebids“ Weiland

UPDATE:

Herr Koß antwortete mir am Sonntag um 18 Uhr, hier ist seine Antwort:

Antwort auf deinen offenen Brief an mich wegen FEINE SAHNE FISCHFILET
Unbedingter Vorsatz (bitte unbedingt mit übernehmen) als Einleitung zur Beantwortung deines offenen Briefs, da ich durch die derzeitigen Vorgänge unter meinem fb-Profil dazu gezwungen bin!
WENN MEIN EINSATZ ALS PAZIFIST GEGEN JEGLICHE FORM VON GEWALT UND FÜR DIE ANERKENNUNG UNSERES GRUNDGESETZES ALS RECHTSRADIKAL UND UNTERSTÜTZUNG DER NPD AUSGELEGT WIRD, DANN VERSTEHE ICH DAS DEMOKRATISCHE LAND, IN DEM ICH LEBE UND FÜR DAS ICH BEREITS IN EINER DIKTATUR UNTER EINSATZ MEINES LEBENS GEKÄMPFT HABE, NICHT MEHR! All der Hass, der derzeit unter facebook über mich ausgeschüttet wird und wurde, beweist mir, dass mein Rechtsverständnis als Parteiloser, der sich aus Überzeugung für die Grünen engagierte, zutiefst erschüttert wurde. Das kann ich nicht mehr dulden, weil ich den gleichen Drohungen, die ich derzeit von Linken und sogar Grünen ausgesetzt bin, noch vor ein paar Jahren als Ausländerbeauftragter des Landkreises Riesa-Großenhain von der NPD und den Rechtsradikalen ausgesetzt war, die dazu führten, dass ich ein halbes Jahr lang in ein Personenschutzprogramm aufgenommen werden musste. So wie sich derzeit die Dinge gegen mich entwickeln, scheint es beinahe so, dass ich erneut geschützt werden muss – und zwar vor den Reihen, für die ich bisher immer mit ganzem Herzen und reinem Gewissen gekämpft habe!!!

Hallo Sebastian,
vielen Dank für deinen offenen Brief, den du mir gesendet hast – ein wirklich gutes Mittel, um mit Unstimmigkeiten und gegensätzlichen Meinungen umzugehen, anstatt alle, die zu einem Thema eine andere Meinung haben, zu bekämpfen oder zu beschimpfen. Darum möchte ich auf diesem Wege versuchen, dir, Sebastian, und denjenigen, die es interessiert, zu erläutern, warum ich mich gegen das Konzert von FEINE SAHNE FISCHFILET ausgesprochen habe, das aus Anlass unseres Stadtfestes stattfinden sollte. Und natürlich möchte ich auch deine im Brief aufgeworfenen Fragen beantworten.
Du hast im Rahmen dieser stellenweise bösartigen Diskussionen unter facebook vielleicht schon einiges über mich erfahren, dass ich als einziger Stadtrat für Bündnis 90/Die Grünen im Riesaer Stadtrat sitze, außerdem auch Kreisrat für sie war, zweimal als Direktkandidat für den Deutschen Bundestag und einmal als Direktkandidat für den Sächsischen Landtag angetreten bin und vieles mehr. Was du aber sicher nicht weißt, ist, dass ich dies alles als Parteiloser getan habe – und noch nie in meinem Leben einer Partei angehörte. Zu DDR-Zeiten habe ich mich einer linksradikalen Diktatur damit widersetzt, bin dort bekämpft und von der Stasi beobachtet und bedroht worden und habe sogar meinen Beruf verloren (zum Glück aber nicht mein Leben) – übrigens kannst du Genaueres dazu auch hier lesen:

http://thoralfkoss.blogspot.de/2012/06/mein-leben-mit-der-stasi-akte.html

Auch denke ich, dass sich aus diesem Artikel die Beantwortung deiner 3. Frage ergibt. Allerdings bin ich nicht gegen Links, sondern nur gegen deren radikale Ausprägung, die ich besonders in der DDR erleben musste und die in gewisser Weise auch in den Kommentaren unter facebook zu erkennen ist, die auf der Seite von Feine Sahne Fischfilet und auf meiner Seite abgegeben werden. Auch glaube ich spätestens nach diesen Aktionen unter facebook, dass der Missbrauch unseres Riesaer Stadtfestes für politisch extrem ausgerichtete Aktionen durchaus im Rahmen dieses Konzertes stattfinden könnte – was von vornherein vermieden werden muss. Womit wohl auch deine erste Frage beantwortet sein sollte. Allerdings denke ich, dass es auch besser gewesen wäre, junge Riesaer Musiker, von denen wir viele haben, beim Stadtfest auftreten zu lassen. Eine Band aber, die vom Verfassungsschutz als linksextrem eingestuft wird, ist mehr als politisch, sie ist eindeutig auch gefährlich, da sie Radikalität unterstützt.
Mit meiner Person trete ich für die Grünen ein, weil sie mir mit ihren politischen Überzeugungen bisher deutlich am nächsten standen, aber auch hier werde ich niemals mein Gewissen einem Parteiprogramm unterwerfen – so wie ich es in meinem nunmehr beinahe 50jährigen Leben nie getan habe. Egal, mit welchen Konsequenzen ich dafür zu rechnen hatte.
Darum basiert der Grundsatz jeglichen Handelns von mir auf der Basis meiner pazifistischen, antiradikalen, toleranten, gerechtigkeitsorientierten Grundhaltung. Ich werde niemals mit Fäusten gegen jemanden kämpfen, aber immer mit Worten. Meine Fäuste setze ich nur ein, wenn ich mich gegen radikale Angreifer wehren oder Hilflosen, die angegriffen werden, helfen muss. „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ Dieser Paragraph 1 des Grundgesetzes ist für mich zwingende Grundlage für mein Handeln und darauf habe ich übrigens auch als Kreis- und Stadtrat meinen Eid geleistet. Und das, was ich dir hier schreibe, schreibe ich aus meinem Gewissen heraus und garantiert nicht, weil ich für die Grünen im Riesaer Stadtrat sitze.
Dagegen werde ich niemals irgendwelche biblischen Irrlehren vertreten, die davon ausgehen, dass wenn man mich auf die eine Wange schlägt, ich auch die andere hinhalten soll. Das hieße, dass ich den Gewalttäter und Schläger unterstütze, indem ich mich nicht gegen seine Gewalt wehre. Aber ich würde auch niemals zuschlagen, nur weil ich glaube der Stärkere zu sein. Dann wäre ich derjenige, der Gewalt ausübt. Also bleibt mir nur eine Möglichkeit, wenn man mich schlägt. Ich schlage nicht zurück, weil ich mich dann auf die gleiche Ebene wie der Schläger begebe, sondern ich zeige den Schläger an, damit er seine geRECHTe Strafe erhält. Das ist im Grunde die einzige Möglichkeit, um auch einen Straftäter angemessen zu bestrafen, ohne selbst zum Straftäter zu werden. Dafür trete ich grundsätzlich ein. Ganz schlimm ist natürlich, dass die NPD tatsächlich eine demokratisch zugelassene Partei ist. Darum habe ich von Anfang an dafür gekämpft (Im Gegensatz zu den Grünen!), dass diese Partei verboten wird, weil ich erst so rechtsstaatlich gegen sie vorgehen kann. Tatsächlich glaube ich noch immer an den Rechtsstaat! Fast makaber und perfide ist, dass durch die Zulassung dieser Partei sie in Sachsen tatsächlich in dieser Wahlperiode mit staatlichen Steuergeldern von 12 Mio. Euro unterstützt und gefördert wird. Der Staat also fördert den Rechtsradikalismus (Und aus meiner Sicht auch jeder Demokrat, der nicht für ein Verbot der NPD eintritt!). Warum bitte kämpfen wir nicht gemeinsam mit rechtlichen Mitteln gegen solche Missstände im Staat – packen das Übel also an der Wurzel? Die NPD ist schlimm, aber ein Staat, der solchen Rechtsradikalismus zulässt aus meiner Sicht noch schlimmer, da er bewusst auch Radikalität unnötig in Kauf nimmt. Und egal, von welcher Seite Radikalität ausgeht, sie muss immer verhindert werden! Ich denke, Sebastian, dass ich damit auch deine vierte Frage beantwortet habe.
Als letztes möchte ich dir in Beantwortung deiner 5. Frage noch sagen, dass ich selber Künstler bin und genau weiß, was ich bezüglich der Kunst zum Ausdruck bringe. Kunst hat auch ein Publikum und dieses Publikum sucht sich aus, zu welcher Kunst es Beziehungen herstellt. Das meine ich mit den „Bereichen, wo sie hingehört“. Zum Stadtfest aber kommen die Bürger in erster Linie, um sich wirklich unterhalten zu lassen – sie sind nicht wegen der Kunst dort, nicht wegen Provokationen und sie wollen vor allem nicht durch wen auch immer in Gefahr gebracht werden, weil ein paar Leute glauben, ihre politischen Anti-Gesinnungen radikal auf solchen Fest ausleben zu müssen. Das darf im Vorfeld nicht zugelassen werden und ich verurteile darum die Einladung von Feine Sahne Fischfilet zum Stadtfest, aber ich würde sie mir anschauen, wenn sie im Rahmen einer Konzertveranstaltung hier in Riesa ein Konzert unabhängig vom Stadtfest geben würden. Und genau darum wurde der Band auch angeboten, dass sie in Riesa gerne ein Konzert geben können, das aber außerhalb des Stadtfestes oder anderer städtischen Großveranstaltungen liegt. Ist es nicht seltsam, dass ich genau von diesem Angebot nichts auf der Seite von Feine Sahne Fischfilet lesen kann?
Ich hoffe sehr, Sebastian, dass du mich nun ein bisschen besser verstehst, was mein Handeln betrifft und dass ich garantiert keine Rechten unterstütze, indem ich Feine Sahne Fischfilet nicht im Rahmen des Riesaer Stadtfestes auf der Jugendbühne spielen sehen möchte. Mein einziger Beweggrund ist der, dass ich alle radikalen Tendenzen ablehne und es als echte Prävention ansehe, wenn ich im Vorfeld eines Stadtfestes versuche, eventuelle radikale Auseinandersetzungen zu vermeiden, die auftreten könnten, nur weil ein Veranstalter in Riesa entweder der Provokation wegen oder aus Unverstand und Unachtsamkeit dieses Fest als Bühne für politische Statements missbraucht. Mit ein bisschen mehr Feingefühl hätten wir uns all diese Diskussionen hier sparen können.
Mit friedlich-freundlichen Grüßen
Thoralf Koß

http://www.der-verbesserer-koss.de

Ein letztes PS:
Auf den Bericht im Riesa TV habe ich auch unter meiner fb-Nachrichtenzeile viele unterstützende Kommentare, aber auch beleidigende erhalten. Beispielsweise nur ein „Kotz!“ oder die Aufforderung, umgehend mein Stadtratsmandat abzulegen. Ein seltsames Demokratieverständnis!
Aber ich habe auch besondere, mich sehr beeindruckende Reaktionen erhalten, wobei ich mich unglaublich über die eines ehemaligen Schülers von mir gefreut habe, der gerade sein Studium der Rechtswissenschaft abschließt und in der er mir unter anderem schreibt:
„Ich wollte dir nur meine vollste Unterstützung für deine Haltung bezüglich des Riesaer Stadtfests ausdrücken.
Wenn ich die ganzen Kommentare auf deiner Seite lese, wird mir wirklich übel.
Eine Band, die vom Verfassungsschutz so eingeschätzt wird, dass sie die freiheitlich-demokratische Grundordnung, in der wir leben, ablehnt, was auch vom Oberverwaltungsgericht in zwei Verfahren bestätigt wird, kann man ja wohl kaum zu einem Stadtfest einladen.
Als wenn der Zweck alle Mittel heiligen könnte.
So etwas macht mich unglaublich wütend.
Daher bin ich froh, dass du dich so positionierst, wie du es getan hast.
Lass dich nicht verbiegen und nicht unterkriegen!
Dein Schüler ….“

8 thoughts on “Feine Sahne Fischfiletauftritt in Riesa – Offener Brief an Herrn Koß

  1. Reply Manlit Aug 2,2013 17:46

    Und was wäre wenn eine rechtsorientierte Band auftreten würde? Dann würden wieder alle Linken auf die Barrikaden gehen. Sowas bezeichnet man gemeinhin als Lobbyismus und findet in meinen Augen keine Beachtung!

    Aber fangen wir mal von vorne an. Ich glaube nicht, dass Herr Koß ein Problem mit Links, bzw. Rechts hat. Nebenbei bemerkt finde ich beide Begriffe sowas von nichtssagend! Rechts sowie Links ist nur eine Klassifizierung eines sehr breiten Parteispektrums. Da Rechts nur stellvertretend für konservativ steht, fallen auch Parteien, wie die CDU in dieses Spektrum. Unter diesen Gesichtspunkten muss ich auch Teile meines Gedankengutes als rechts klassifizieren. Aber Vorsicht, das ist nicht mit Rechtsextremismus zu verwechseln! Wobei wir beim eigentlichen Thema wären. Ich denke Herr Koß hat eher ein Problem mit Rechts- bzw. Linksextremismus und das ist auch gut so! Extremismus, egal ob politisch, oder religiös hat in der Öffentlichkeit nichts zu suchen! Und das Stadtfest ist eine öffentliche Veranstaltung. Inwiefern FSF eine linksextreme Band ist, möchte ich mir nicht anmaßen zu beurteilen. Ausgehend davon, dass FSF linksextrem ist, finde ich persönlich die Entscheidung des Stadtrats als gerechtfertigt. Wo kämen wir sonst hin mit unserer Rechtsstaatlichkeit? Ich weiß, das hört sich in den Ohren linksgerichteter Mitbürger höhnisch an, aber das ist wieder ein anderes Kapitel.

    • Reply Sebids Aug 2,2013 18:36

      Was wäre wenn eine rechtsorientierte Band auftreten würde? Natürlich würde ich mich persönlich aufregen, das liegt aber in meiner Definition von “Rechts”, welcher natürlich nicht von offizieller Seite eindeutig definiert ist. Aus der Sicht des Staates ist der Staat selbst die Mitte und alle “Extremen” Seiten wie “Links” und “Rechts” sind schadhaft und nur die Mitte ist gut – doch das ist sehr gefährlich weil diese Extremismustheorie inhaltsleer ist, da sie nicht Inhalte beschreibt, sondern einfach Relationen wie “Links”, “Mitte” und “Rechts” ausdrückt. Deswegen halte ich es auch nicht für sinnvoll die CDU als “Rechts” zu deklarieren, sondern aufzuzeigen, dass ihre Inhalte selbst, wie ich finde, schlecht sind – beispielsweise die wachsende Einkommens- und Vermögengsschere zwischen Arm und Reich, die Subventionierung von Massentierhaltung, die schleppende Energiewende, der Umgang mit Grundrechten in Deutschland, siehe PRISM, XKEYSCORE, die fehlende Gleichstellung von nicht-heterosexuellen Menschen, die schlechte Frauenförderung, Betreuungsgeld, ihre Kriege und Auslandseinsätze bspw. in Mali.
      Auch die Bezeichnung Konservativ alleinstehend ist noch inhaltsleer, aber viel eindeutiger als beispielsweise “Links”, dennoch muss das auch definiert werden, was ich durch meine Kritik an der Politik Merkels nun minimal aufgezeigt habe.

      Dennoch steht für mich eindeutig fest, dass “Rechts” bestimmte Grundmuster hat, dass es eben nicht so inhaltsleer ist. “Rechts” ist völkisch/rassisch, national & patriotisch, auf eine Mehrheitsgesellschaft ausgerichtet, gegen Minderheiten.
      Und der Grund warum es eben nicht sein darf links und rechts einfach gleichzusetzen, sind die Erfahrungen durch den Nationalsozialismus. Für mich ist es ganz klar, dass sich so etwas wie der Nationalsozialismus nie wieder verbreiten darf – und die Gefahr besteht heute wie früher, dass zeigt derzeit Griechenland sehr deutlich, aber auch in Ungarn haben rechte Ideologien wieder viel Macht – doch auch in Deutschland gibt es Nazis und vor allem eine breite Gesellschaft, die rassistisch gegen Ausländer ist, nationalistisch denkt und so weiter.

      Links ist deswegen auch nicht mit Rechts gleichzusetzen, ohne Rechts in seiner Erscheinung und Gefährlichkeit krass zu relativieren. Da scheitern auch die Deutschen Behörden, mit ihrer einfachen Einteilung in Links und Rechts, was zur Folge hatte, dass Rechts völlig unterschätzt wurde und so etwas wie die NSU sehr problemlos in dieser Gesellschaft gedeihen konnte, denn es ist kein Zufall, dass die Wurzeln in Ostdeutschland liegen, in einer Region wo wahnsinnig viele Menschen der Meinung sind, dass es zu viele Ausländer in Deutschland gibt, aber andererseits nirgendswo so wenig Migrant*innen gibt wie dort selbst.

      Jetzt müssten wir noch über die Definition von Links reden, links ist durchaus auch öfters mal gegen den Staat – aber eben argumentativ auch berechtigt, beispielsweise, wenn Deutschland unter 1% aller Asylanträge bewilligt, dann ist das eben definitiv nicht so, dass das über 99% “Wirtschaftsflüchtlinge” sind. (Meine Meinung: Selbst wenn…Das würde Deutschland derzeit sogar nützen, weil diese Menschen pervers ausgebeutet werden. Da muss sich einiges verändern) Wenn sie da anderer Meinung sind, als dass das kaputt ist, dann ist leider die Diskussion mit mir vorbei, da ich der Meinung bin, dass das derzeit einfach unter keinen Umständen so weiter gehen darf.

      Links ist selbstverständlich kritisch und gegen das bestehende System, aber das Schlagwort “Links” wurde auch als eine Art “Naming” in früheren Zeiten gebrucht, wo es eine Art Beleidigung & Diskreditierung darstellte, so auch gegen die Grünen, als diese in den Bundestag kamen, da mussten diese sich auch inhaltsleere Beschimpfungen anhören, so auch “Chaoten”.
      Das zeigt auch wiederum, dass es darauf ankommt, wer Bezeichnungen wie “Links” und “Rechts” benutzt.

      Tl;dr:

      Extremismustheorie ist fatal und wenn in Sachsen vor “Links” gewarnt wird, weil sonst Nazis zum Konzert kommen könnten, dann ist nicht “Links” das Problem, sondern die Gesellschaft und ihre Nazis.

  2. Reply Thommy Aug 2,2013 17:51

    Sehr geehrter Herr Weiland,
    ich komme aus Riesa und finde es auch sehr erschütternd was in meiner Heimatstadt vorgeht. Die Entscheidungen des Stadtrates/der Bürgermeisterin sind, nicht nur mir, zumeist unergründlich. Kein Wunder, dass bei einer solchen Stadtleitung dem Rechtsextremismus eine Möglichkeit gegeben wird sich in Riesa (und Umgebung) entwickeln zu können. Mich würde nun interessieren, ob ihr offener Brief auch Herr Koß erreicht hat, und falls ja, was dieser darauf antwortete?

    Mit freundlichen Grüßen
    Thommy

    • Reply Sebids Aug 2,2013 18:07

      Hallo Thommy,

      Ich habe Herrn Koß meinen Brief zukommen lassen, geantwortet hat Herr Koß aber leider noch nicht.
      Sobald Herr Koß antwortet werde ich seine Antwort selbstverständlich sofort hier publizieren.

      Mit freundlichen Grüßen
      Sebastian “Sebids” Weiland

  3. Reply Thoralf Koß Aug 5,2013 12:38

    Hallo!

    Ich wollte nur darauf hinweisen, dass ich den offenen Brief bereits ausgiebig beantwortet und am Sonntag gegen 17 Uhr an Sebastian gesendet habe.

    Mal sehen, wann er hier erscheint – ich freue mich darauf, weil es die einzige Antwort ist, die ich noch öffentlich nach den massiven Angriffen und Bedrohungen gegen meine Person wegen des RiesaTV-Interviews gebe. Allerdings erwarte ich, dass auch jedes Wort des Briefes hier so erscheint, wie ich es verfasst habe.

    Viele Grüße von Thoralf Koß

  4. Reply Peter Schreiber Aug 6,2013 12:28

    Es ist unglaublich, wie hier von linker Seite die blanken Fakten ignoriert werden: Da verherrlicht offenbar (Stichwort “Molotow-Cocktail”) eine erklärtermaßen “anti-staatliche” Band Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung und die Band-Mitglieder häufen Straftatbestände von Landfriedensbruch bis gefährliche Körperverletzung an, und dennoch wird dann so getan, als sei die Ausladung dieser Band ein Akt politischer Zensur, mit der nur den Wünschen der NPD Rechnung getragen würde.

    Um es klar zu sagen: Wenn patriotische (“rechte”) Bands selbstverständlicher Bestandteil des Stadtfestes wären, hätte ich nichts dagegen, auch erklärtermaßen “linke” Bands hierfür zuzulassen. Sollen sie sich meinetwegen einen modernen “Sängerkrieg” liefern, vorausgesetzt, alle einigen sich darauf, von Gewalt oder Gewaltverherrlichung Abstand zu nehmen.

    Da ein solches Szenario jedoch kaum vorstellbar ist, sind alle Seiten – und insbesondere die Stadt Riesa – doch weitaus besser beraten, auf politische Neutralität zu achten.

    Thoralf Koß tut mir schon irgendwie leid, er ist auf seine Weise konsequent und authentisch. Jetzt wird er allerdings Opfer seines eigenen, bizarren Kampfes gegen Rechts – die Geister, die er rief, wird er nun nicht mehr los – und muß sich Beschimpfungen und Bedrohungen aus den eigenen Reihen gefallen lassen. Das, was da praktiziert wird, ist der moderne “Faschismus” unter dem Deckmantel des “Anti-Faschismus”.

    Was ich nicht gut finde, Herr Koß: Daß Sie – im Rückblick – von Bedrohungen seitens der NPD fabulieren. Wann sind Sie jemals von NPD-Anhängern bedroht worden? Gibt es Beweise hierfür? Kann man die eindeutig bedrohlichen Aussagen, die Ihnen jetzt von linker Seite entgegen gebracht werden, mit dem vergleichen, was früher angeblich “von Rechts” ausging?

    Das, was Herr Koß jetzt erlebt, ist genau die Art von Bedrohungs- und Ausgrenzungsszenario, was Anhänger der politischen Rechten seit Jahr und Tag erleben – allerdings ohne derart rumzujammern.

    Was mich freut: Daß Herr Haubold sich jetzt Mal so richtig vergaloppiert hat. Durfte doch erst kürzlich ein Herr Haubold – offenbar bisher ungesühnt und mit Wissen der Schulleitung des Werner-Heisenberg-Gymnasiums (WHG) – gegen die dortige Hausordnung verstoßen, indem er dort Flugblätter gegen NPD und Deutsche Stimme verteilte, und somit gegen das politische Mäßigungsgebot an Schulen verstieß.

    Herr Koß, ich hoffe, Sie lesen mit: Da wurde meinem Sohn (12 Jahre alt) in der Mittagspause, in der Kantine, ein Flugblatt in die Hand gedrückt, in dem es hieß: „Vergesst auch nicht die kleinen Schurken dieser Nazipostille und ihrer Partei und deren Kameraden, merkt Euch die Namen, auf dass keiner entkomme…“. Na, was würden Sie sagen, wenn Vergleichbares einem Ihrer Kinder widerführe?

    Das ist genau die Art von Pogromstimmung, die jetzt selbsternannte Antifaschisten dazu zu ermächtigen scheint, dem Herrn Koß ein Bild mit einem getöteten Wehrmachtssoldaten zu schicken, oder ihn “einmauern” zu wollen.

    Aber zu dieser Stimmung haben Sie selbst mit beigetragen, Herr Koß. Es ist Ihnen unbenommen, gegen Rechts zu sein, aber wie wäre es mal – in all den Jahren – mit einer direkten verbalen Auseinandersetzung gewesen? Also: Mit der NPD sprechen, statt nur über sie?

    Herr Koß hat den ersten Schritt getan, war mutig genug, sich dem linksextremen Antifa-Mob entgegenzustellen. Ob er auch genug Mut haben wird für den zweiten, gerade eben angedeuteten Schritt?

    Mit freiheitlichen Grüßen
    Peter Schreiber
    NPD im Kreistag Meißen

    • Reply Sebids Aug 6,2013 20:32

      Ich veröffentliche dieses Schreiben, denn es ist Zeugnis darüber, wie leicht es Menschen der NPD fällt die Verbrechen des Nationalsozialismus zu relativieren, indem Plattitüden wie “Der moderne Faschismus heißt Antifaschismus” bewusst verwendet werden. Weil Kritik an den Aussagen von Herrn Koß eben keine “Pogromstimmung” sind, denn verbale Kritik mit der Ermordung von Jüd*innen zu vergleichen ist inhaltlos, bzw. einfach nur widerwärtig und unmenschlich.

      Ich bin der Auffassung, dass solche Post auch gezeigt werden sollten, weil sie eindeutig zeigen, dass diese Welt und dieses Land ein großes Problem haben – ich freue mich über jede Person, die sich rechten Ideologien in den Weg stellt.

      Ich erwarte von Menschen eine gewisse Lernfähigkeit, Sie, Peter Schreiber, sollten sich schämen so eine Ideologie zu haben – klügere Menschen wussten schon bevor Hitler an die Macht kam, was droht, nicht so kluge Menschen, erst später oder auch niemals. Aber sich heute noch für die NPD und ihre nationalistische Ideologie zu engagieren ist schon besonders krass.

      Auch ist dieses Schreiben ein gutes Exemplar rechter Propaganda, beispielsweise dadurch, wie Worte verwendet werden: Wer “linksextrem” ist, bestimmt natürlich die NPD. (Wobei natürlich die Extremismustheorie der Verfassungsschutzämter in ähnlicher Weise abgelehnt werden sollten)
      Die NPD weiß anscheinend auch stets was “Fakten” sind, zusätzlich muss wird aber irgendwo pleonastisch von “blanken Fakten” geredet.

      Interessant ist, dass der Fokus auf die angebliche antistaatliche Haltung der Band, wobei die NPD ja selbst die Demokratie loswerden will.

      Genauso, dass Band Mitglieder irgendwelche Strafen haben sollen, während die NPD es öfters nicht mal schafft, dass eine Demo stattfinden kann, weil sie keine vorbestraften Demonstrant*innen hat. Ich empfehle zu der Gefährlichkeit aber nicht auf meinen Kommentar zu hören, sondern Studien zu lesen, beispielsweise der großartigen Amadeu Antonio Stiftung http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/service-1/materialien/statistiken/

      Sie, Peter Schreiber, setzen hinter patriotisch ein “rechts” und ja mir ist keine “linke” patriotische Band bekannt, denn Patriotismus ist eine urkonservative Haltung, in dem Fall scheitert die Klassifizierung an dem inhaltlosen Wort “rechts”, es ist also durchaus möglich patriotische Bands als rechts zu bezeichnen, wobei damit nicht Nazis gemeint sein müssen aber durchaus gemeint sein können, denn Kerngedanken der Naziideologie finden sich auch dort, die Liebe zum eigenen Land, der oft fehlende eindeutige Unterschied zum Nationalismus, die Konstruktion & Hervorhebung angeblicher Volkseigenen Eigenschaften, die ein Volk teilt, die Kollektivierung von Individuen und somit die antiindividualistische Haltung und ein “Stolz auf ein Land” (was psychologisch gesehen traurig ist, denn es sind keine eigene Leistungen, die das Land als Konstrukt existieren lassen; was infantil ist, denn es ist der einfachste Weg sich an etwas zu klammern ohne etwas dafür zu tun zu müssen, durch gegebene Eigenschaften, wie eine angebliche Rasse; es ist stupide, weil es auf dem Planeten eine wunderbare Vielfältigkeit an Kultur gibt, aber davon ausgegangen wird, dass die eigene besonders wichtig, richtig und wertvoller ist)

      Wenn ich Ihren Blockpost genehmige und Sie kritisiere, dann ist das für mich auch ein Kampf den ich gegen Sie persönlich und alle rechte Ideolog*innen führe. Auch hat Herr Koß keinerlei Verpflichtung mit ihnen zu reden, geschweige denn zu antworten oder was auch immer.

      Alle Menschen dieser Erde, haben die historische Verpflichtung, dass Nationalismus nie wieder eine Chance bekommt.
      Nationalsozialismus muss an der Wurzel bekämpft werden.
      In diesem Sinne,
      Sebids

  5. Reply Thoralf Koß Aug 9,2013 19:39

    Für diejenigen, die es vielleicht noch nicht wissen sollten – diese Erklärung der Grünen ist bei mir eingegangen: GRÜNE distanzieren sich von Koß
    Freitag, 9. August 2013

    Wir haben Thoralf Koß aufgefordert, dass er künftig nur noch als parteiloser Stadtrat ohne den Zusatz “GRÜNER Stadtrat” oder “für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Stadtrat” auftritt.

    Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Thoralf Koß hat sich schon seit 2010 öffentlich von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN distanziert, weil er in vielen Punkten GRÜNE Politik nicht unterstützen kann und will.

    Eine Zusammenarbeit zwischen uns und ihm findet schon seit längerem nicht mehr statt und wird von uns auch nicht mehr aufgenommen.

    Aufgrund seiner Haltung und seiner aktuellen Äußerungen ist davon auszugehen, dass er sich auch künftig deutlich von uns in der Öffentlichkeit abgrenzen wird.

    Thoralf Koß wurde zwar über die Liste von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in den Stadtrat Riesa gewählt, ist aber kein Mitglied der GRÜNEN. Thoralf Koß spricht deshalb ausdrücklich nicht für die GRÜNEN.

    Die Verknüpfung der Äußerungen seiner Person mit BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beenden wir auf diesem Wege.

    Thoralf Möhlis
    Sprecher Kreisverband Meißen

    Und dies hier ist meine Antwort darauf:

    GRÜNE beenden Zusammenarbeit mit mir!

    Wie ich von der Presse erfahren und es nun auch per Mail mitgeteilt bekommen habe, beenden Bündnis 90/Die Grünen ab sofort die Zusammenarbeit mit mir und fordern mich auf, als Stadtrat nur noch als Parteiloser, aber nicht Vertreter der Grünen aufzutreten. Das wird von mir natürlich akzeptiert!

    Deshalb möchte ich den Grünen für die bisher gemeinsame Zusammenarbeit danken, auch wenn ihre Presseerklärung nicht ein Wort des Dankes an mich enthält, obwohl ich immerhin zweimal für sie als Direktkandidat für den Deutschen Bundestag und einmal als Direktkandidat für den Sächsischen Landtag angetreten bin. Außerdem saß ich für sie als Kreisrat im Landkreis Riesa-Großenhain, wo ich auch im Ältestenrat war und die Zusammenlegung der Landkreise Riesa/Großenhain/Meißen maßgeblich mitgestaltet und organisiert habe. Auch als Ausländerbeauftragter des Landkreises Riesa-Großenhain habe ich mich immer im Interesse der Grünen eingesetzt und sogar zulassen müssen, dass ich wegen Anfeindungen seitens der NPD in ein Personenschutzprogramm aufgenommen werden musste. Um den Kampf gegen die NPD in Riesa zu verstärken und mehr öffentlich zu machen, bin ich dann sogar für die Grünen als Oberbürgermeisterkandidat der Stadt Riesa angetreten. Nunmehr war ich bis heute für sie im Riesaer Stadtrat vertreten, wo übrigens meine letzte Aktion erst vor kurzem zur Folge hatte, dass ein Benefizkonzert für die Hochwasseropfer in Riesa knapp 5.000 Euro einspielte.

    Natürlich ist meine Enttäuschung groß, dass ich im Kampf gegen jegliche Form von Extremismus von den Grünen nicht etwa unterstützt, sondern am Ende sogar verstoßen und angefeindet werde. Auch die Anfeindungen und Drohungen gegen meine Person hier unter facebook, nur weil ich versuche, Schaden von unserer Stadt Riesa abzuwenden und präventiv gegen ein Konzert der vom Verfassungsschutz als linksradikal eingestuften Band Feine Sahne Fischfilet auf unserem Stadtfest vorzugehen, scheint den Grünen egal zu sein. Doch in Fragen des Radikalismus heiligt eben niemals der Zweck die Mittel – und das sollte und muss eine demokratische Partei wissen und akzeptieren. Ich zumindest habe es für meine Person akzeptiert und werde weiterhin all meine Entscheidungen ausschließlich mit meinem Gewissen und nicht mit irgendwelchen Parteiprogrammen abstimmen.

    Darum noch einmal: Vielen Dank an alle Grünen, die ihren Pazifismus und ihre demokratische Grundeinstellung nicht nur auf Plakaten vor sich hertragen, sondern auch danach leben. Es war eine aufregende, aber nicht immer schöne Zeit mit euch. Doch das hatte ich ja selber gewählt, so wie ihr nun eure Wahl getroffen habt.

    Lebt wohl – sagt Thoralf Koß

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